Dienstag, 19. Februar 2008

Nuksio...or the finnisch way to make holiday und Beatsteaks...the german way to celebrate

Ich weiß nicht, ob und wann es mir mal so ging, aber heute morgen war ich wirklich zu erledigt, um aufzustehen. Völlig fertig, konnte ich nicht mal aufstehen, aber rasende Kopfschmerzen, Übelkeit und Schmerzen in den Beinen und an den Fingern, warfen mich dann doch aus dem Bett, zwangen mich etwas zu essen und dann die erlösende Schmerzmittel zu nehmen, die allerdings Stunden gebraucht haben, um zu wirken! So Leute, jetzt fragt ihr euch doch sicher - was zum Teufel ist passiert? Sollte die gute nicht am Montag einfach nur arbeiten? Da kann ich drauf antworten - Nein! Gestern hatte ich offziziellen Urlaub!!! Ja und wie das nunmal so ist, bei kurzen Urlaubstagen, die muss man gut ausnutzen. Also fuhren wir gestern früh, frohen Mutes nach Nuksio. Das ist ein riesen Nationalpark in Espoo. Also eigentlich ist es ein riesen Waldgebiet. So frohen Mutes und dick eingepackt machten wir uns dann auf den Weg zum Informationshaus, nur um festzustellen, dass dies im Winter geschlossen hat. Sehr praktisch, denn Wegführer durch dem Wald gibt es somit nur im Sommer. Ein fataler Fehler wie wir bald merken sollten. Es gab aber gut ausgeschilderte Rundwege. Also schauten wir mal einer war 2, der nächste 4 und der letzte 7 Kilometer lang. Da wir nicht soviel Zeit hatten, beschlossen wir, den 4 Kilometerweg zu nehmen. Also Farbe merken und los. Die ersten Eindrücke des unbehandelten Waldes waren aber so beeindruckend, dass wir schnell das Schild wieder vergaßen. Dann die erste Kreuzung. Die gelben Schilder steil den Berg hinauf, die roten um den See herum. Die Landschaft war wirklich beeindruckend, weit und breit nur dichter Wald und zugefrorende Seen. Keine Menschen, keine Tiere, keine Geräusche, keine Anzeichen jeglicher 'Zivilisation. Zudem gab es überall Schnee und Eis auf den anfangs vorhandenen Wegen. Nach zweieinhalb Kilometer hatten wir dann die erste Feuerstelle erreicht. Direkt an einem der zugefrorenen Seen war der beste Platz, um ein Lagerfeuer zu machen und unsere finnischen Würste zu grillen. 'Jetzt kam der erste Haken. Es war zwar genügend Holz da, aber in so großen Stücken, damit hätte man den ganzen Wald abbrennen können. Was war also zu tun? Klar, dieses kleine blanke etwas betätigen - kurz: HOLZHACKEN!!! Das erste Mal in meinem Leben. Die ersten Versuche waren gar nicht so leicht, aber wenn man erstmal begriffen hat, dass man drauf haut, was das Zeug hält und soweit man Kraft dazu hat, dann geht es eigentlich ganz gut. Mit entsprechenden Wutgeschrei übrigens noch besser. Hätte ich gedacht, dass ich in meinem Leben jemals Holz hacken würde? Allerdings sollte man aufpassen, wo das Splitterholz hinfliegt, denn der riesen Stamm flog mir direkt auf den Finger, der dann mal wieder bluten durfte. Nachdem ich mir am Samstag schon in den Daumen geschnitten hatte, konnte ich diesmal wieder nicht passend verarztet werden, da niemand an Verbandsmaterial gedacht hat. Aber so als Tipp, man sollte es immer dabei haben!!! Na ja mit blutendem Finger das letzte Holz zerkleinert und dann ein wunderschönes Lagerfeuer gemacht. Wenigstens war das Holz trocken und brannte sofort. Nach langer Pause ging es dann irgendwann weiter durch die verlassene Landschaft. Das ist das wahre finnische Leben. Du läufst kilometerweit durch unberührten Ödwald und triffst keinen Menschen. Nur die Bäume, die Natur und du selbst. Alle Probleme, alle Hektik unseres Lebens verschwindet, ganz andere Dinge werden plötzlich wichtig. Wie hackt man Holz, wie kocht man über einem Lagerfeuer, wann muss man Holz nachtun, wie löscht man das Feuer, Sand und Wasser waren ja nicht vorhanden, wie findet man den Weg, all das sind Dinge, die wir so gar nicht mehr können und die doch früher mal so wichtig waren. Hier in Finnland besinnt man sich der alten Weisheiten mal wieder. Wir liefen also so weiter und der Weg verschwand immer mehr und immer stärker ging es zwischen Bäumen, über Wurzeln und auf Felsen entlang, bergauf, bergab über vereiste Steine, über den zugefrorenen See und durch den Schnee. Irgendwann kamen wir dann ins grübeln. Konnten denn die zweiten zwei Kilometer soviel länger sein als die ersten? Schliesslich ein Schild, noch 2,5 km. Ja, machten wir die ganze Zeit Witze, "beim nächsten Mal nehmen wir den langen Weg" und waren ohne es zu merken, gleich auf diesem Weg gelandet. So an sich nicht schlecht, nur mussten wir leider vor dem Dunkelwerden zurück sein und hatten ja am Abend noch was vor.
Völlig fertig kamen wir dann am Abend auf dem Konzert an. Kulturschock pur! Die Rückkehr in die Großstadt, nachdem man den ganzen Tag nur durch Ödwald gelaufen ist, schon Schock genug, aber nein wir müssen auch noch zu den Beatsteaks auf Konzert gehen. Zwar mag ich die gern, aber leider waren 2/3 aller Besucher Deutsche. So hörte man denn überall Deutsch. Überall die blöden Sprüche und überall das blöde Gedränge. Aber die Beatsteaks machten das wieder wett. Schon die Vorband war klasse. Dann die ersten Songs von den Beatsteaks. Ist ja schon 4 Jahre her, dass ich bei denen auf Konzert war und die neuen Songs gefallen mir nicht mehr so gut, wie die alten. Aber die Show war unglaublich. Die sind auf der Bühne unschlagbar witzig und reißen das Publikum nur so mit. Witzig fand ich, dass sie am Anfang nur Englisch sprachen, schliesslich ja Konzert in Helsinki, aber das irgendwann vergaßen und immer häufiger Deutsch sprachen und dann sogar berlinerten. Zeitweise war es echt so, als wären wir in Berlin in ner Halle und nicht in Helsinki. Aber es war sooooooooo gut und die spielten sogar 2 mal Zugaben. Fantastisch!!!! Leider ruinierte ich mir dabei auch noch den anderen Zeigefinger. Jetzt ist der Daumen zerschnitten, der rechte Zeigefinger zerhaxelt und der linke verstaucht. Gute Bilanz bis jetzt. Am Ende der Ferien kann ich wohl keinen mehr gebrauchen!!! :-)

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